Daily life and demise in Savar

Nicht nur im Tempelbezirk wird Alltag gelebt, sondern auch direkt drum herum: Direkt vor dem Tor schließt sich ein kleiner Lebensmittelmarkt an. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele verschiedene Gemüsesorten es in Bangladesch gibt und zwar im Land selbst, importiert wird so gut wie nichts! Manches Grünzeugs sieht aus wie frisch aus dem See gezogene Algen, scheint aber eine Art Spinat zu sein. Ich kann mir leider weder die verschiedenen Knollengemüse noch die diversen Zucchini-Okra-Kürbis-Arten merken, aber im Essen bin ich dafür ganz groß 😉

Deshalb ziehen mich auch die vielen kleinen Garküchen oder Street-food-Stände magisch an. Oft gibt es diese frittierten Teigtaschen, die man in Indien Samosa nennt. Und egal ob vegetarisch oder mit Fleisch, sie sind einfach köstlich gewürzt – oft ziemlich scharf, aber immer LECKER!!!

Gopal zieht mich weg von den Ständen. Einmal, weil er mir noch den Handwerker-Markt zeigen will und außerdem – er kuckt mich vorwurfsvoll an – weil doch Mona, seine Frau, mich noch bekochen will…

Also biegen wir mal rechts mal links ab, mal sind die Gassen so schmal, dass ich mit den Schultern fast stecken bleibe, mal enden sie in kleinen Plätzen. Und immer wieder stolpern wir über Händler, die ihre oft lebende Waren anbieten.

 

Für Amit bin ich viel zu langsam, er kann gar nicht verstehen, was ich zum Beispiel an so ’nem großen, ollen Haus finde. Klar, er hat bestimmt noch nie von Kolonialstil gehört und wenn etwas nicht bunt und knallig ist, interessiert es ihn nicht wirklich. Deshalb verabschiedet er sich an der nächsten Seitengasse auch von uns. Er gehe schon mal heim, meint er. Und kaum ist er weg, entdecke ich in einem Hinterhof eine skurille Werkstadt für motorisierte Transport-Rikschas…

Noch eine Ecke weiter lucke ich durch ein leicht geöffnetes Tor….dahinter eine Art Tempel. Allerdings ist irgendetwas anders hier, auch wenn ich nicht greifen kann, was. Das hier sei ein….Gopal sucht nach dem richtigen Wort…der Ort, an dem die Toten verbrannt werden. Ein Krematorium? Genau, meint er und zeigt mir eine Art metallenes Bettgestell. Damit werden die Toten transportiert, dann auf den Steinblock gelegt, wo der Leichnam sorgfältig gewaschen und in Tücher gewickelt wird. Ich schau mich nach den Resten von einem Scheiterhaufen um… denn meines Wissens werden die Toten ja dort öffentlich verbrannt. Das hier sei ein etwas moderneres Krematorium, meint Gopal und bringt mich zu einem gemauerten Etwas ein paar Schritte weiter. Der Leichnam werde zwischen diesen beiden Mäuerchen auf die Metallträger gelegt, von unten wird ein Feuer entzündet und der Tote so verbrannt. Und danach, er deutet auf das andere Ende der Mäuerchen, danach werde die Asche mit Wasser über die Rinnen in den See gespült.

Das heißt, die Asche fließt in den See im Tempelbezirk, frage ich. Gopal nickt. In den See, in dem vorher die Männer gebadet haben? Wieder nickt er. Aber ich dachte, die Asche von Hindus sollte in den heiligen Fluss Ganges fließen…? Nachsichtiges Lächeln von Gopal. Irgendwie fließe doch alles Wasser durch jeden Fluss…

Als wir diesen Ort verlassen bin ich…ja was? Erschüttert? Nein, eher ernüchtert. Ich habe mir die hinduistische Bestattungszeremonie irgendwie pompöser, auch glamouröser vorgestellt. Wahrscheinlich hab ich da noch Bilder von irgendwelchen Sandalen-Filmen im Kopf. Und die Verbrennungs-Mäuerchen passen so gar nicht zu diesen Bildern.

Weiter geht’s vorbei an bunten Marktständen. Oder auch weniger bunten. Ein Stand fällt nämlich gerade durch mangelnde Farbe auf: Eine Art grobes Garn liegt hier und Büschel von Textilstreifen. Sieht alles aus wie Matratzen-Füll-Material. Das ist es auch, erklärt Gopal. Und das grobe Garn ist Jute.

Ich stelle fest, dass ich Jute eigentlich nie in Garnform gesehen habe. Ich kenn’s nur von den Beuteln, die man in den 80ern als Plastikersatz nehmen sollte, wenn man sich umweltbewusst und cool geben wollte. Oder von den riesigen Kartoffelsäcken, die meine Oma immer hatte.

In Bangladesch findet man Jute aber überall. Sie ist eine der Haupt-Export-Produkte des Landes und Jute aus Bangladesch deckt einen Großteil des Weltmarktes ab. Übrigens findet sich die bengalische Jute höchstwahrscheinlich auch in fast jedem unserer Autos…dieser nachwachsende Rohstoff wird nämlich gern als Dämmmaterial zum Beispiel in den Autotüren verwendet.

Beim Stoffhändler am Nebenstand spielt sich eine typische Szene ab: Der Verkäufer breitet verschiedene goldgewirkte rote Stoffbahnen aus. Eine glitzeriger als die andere. Direkt vor ihm sitzen zwei Männer, zwei Frauen in etwa anderthalb Meter Abstand dahinter.

Hier wird gerade ein Brautkleid ausgesucht! Wobei ich nicht den Eindruck habe, dass das junge Mädchen mit den unverschleierten Haaren – bestimmt die Braut in spe – viel bei der Auswahl mitzureden hat.

Und dann endlich sind wir bei den Werkstätten angelangt. Hier gibt es Alltagsgegenstände genauso wie Luxusware. Und alles wird direkt und vor aller Augen gefertigt.

Diese Männer stellen zum Beispiel ein typisches bengalisches Küchenmesser her. Es hat eine große, dolchartig gebogene Klinge, die an einem kleinen Gestell befestigt ist. Wie eine Art Dreifuß sieht das aus, der zu einer Seite hin verlängert ist. Denn die bengalische Hausfrau verrichtet die meiste Arbeit in der Hocke auf dem Boden. Das Messer mit Gestell wird vor ihr aufgestellt, mit der Klinge von ihr weg, den Fuß hat sie dabei auf dem verlängerten Gestellausleger. Und alles, was geschnitten werden muss, wird dann in einem Affenzahn über die Klinge gezogen. Das Gemüse wird also zum Messer geführt und nicht umgekehrt, wie bei uns.

Und wieder glitzert es! Wir sind bei den Goldschmieden angelangt. Hier werden gerade Ohrringe und Anhänger für Ketten hergestellt. Was für eine fisselige, filligrane Puzzle-Arbeit: Der Goldschied frickelt nämlich winzige Goldblättchen auf ein fingerdickes schwarzes Etwas, wo es in verschiedene zarte Formen drapiert wird. Das schwarzes Etwas sei…modeling clay, erklärt mir der Goldschmied. Ich schau kurz zu Gopal – hab ich das richtig verstanden? Das ist Knete?

Ja, ist es. Und in die wird die gewünschte Form leicht eingestanzt, die Goldplättchen vorsichtig an die richtige Stelle gerückt und dann wird das Ganze mit einer Art Puder bestreut. Das sei Klebstoff, murmelt der Goldschmid hoch konzentriert, wirft einen Bunsenbrenner an und schreicht mit der Flamme vorsichtig und gleichmässig über das Schmuckstück. Geschafft! Er löst der Ohrring vorsichtig von der Knetmasse, tunkt ihn in einen Wasserbecher und präsentiert ihn mir dann stolz auf der Handfläche.

I’m deeply impressed!

 

 

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Discoveries in Savar

Für mich braucht es gar nicht die super-aufregende Sight-seeing-Tour zu sein – in Bangladesch entdecke ich an jeder Ecke Schönes, Erstaunliches und Beeindruckendes. So zum Beispiel bei einem Rundgang durch Savar, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, den ich im Januar erkundet habe. Meine beiden Führer sind gute Freunde von mir und abgehärtet genug, jede meiner unzähligen Fragen nach bestem Wissen zu beantworten. Darf ich vorstellen: Amit (rotes T-Shirt) und Gopal!

Savar gopal

Ich war zwar schon öfter in Savar, aber wenn man per Rikscha oder Auto unterwegs ist, sieht man doch manches nicht wirklich. Aber diesmal sind wir zu Fuß unterwegs und schon nach ein paar Hausecken fallen mir kleine Statuen vor den Eingängen auf, weiblich, manche mit einem Instrument in der Hand, andere mit anmutiger Armhaltung – fast wie im Tanz erstarrt. Bestimmt eine der unzähligen Hindu-Gottheiten, immerhin gibt es in Savar eine ziemlich große Hindu-community. Stimmt, meint Gopal, das sei Sarasvati, die Göttin der Weisheit und Gelehrsamkeit. In wenigen Tagen sei das Puja dieser Göttin und schon jetzt bereiten alle Hindus in Savar sich darauf vor. Schon wieder ein Puja – irgendwie ist immer gerade irgendeines dieser Feste für einen Gott oder eine Göttin, wenn ich in Savar bin.

Diese Göttin sei besonders wichtig, erklärt mir Amit. Er würde ihr in der Schule immer ein Opfer bringen, weil sie die Schutzpatronin des Lernens sei – und wenn man ihr ein schönes Geschenk mache, kriege man gute Noten!

Gopal grinst als er mir die Erklärungen seines Sohnes übersetzt. Und lenkt schnell ab, als ich mehr über diese Göttin wissen will, ob sie auch eine Verkörperung von Brahma ist, wie wichtig innerhalb der Götterhierarchie und ob es eine Legende zu ihr gäbe… Das ist typisch. Denn Gopal weiß meist wenig über die Götter, auch wenn er alle Rituale mitmacht. Seine Frau dagegen, die könne das alles erklären.

Ob ich sehen will, wie die Statuen hergestellt werden, fragt er deshalb schnell – Er weiß halt, wie er mich kriegen kann 😉

Auf einem kleinen Platz ein paar Häuser weiter seh ich sie: Eine ganze Armee von Göttinnen. Manche noch völlig roh, mit einer Basis aus einem Stroh-Matsch-Gemisch, andere schon fertig ausgearbeitet, manche nackig, andere mit einem raffinierten Faltenwurf bedeckt, aber alle grau, innen hohl und noch unbemalt. Der Künstler, der offenbar all diese Göttinnen fertigt, sitzt mitten auf dem Platz, die Göttinnenarmee hinter sich. Vor ihm eine Figur, die zwar schon fast fertig, aber noch ohne Hände ist. Fast liebevoll modelliert er ihren Hals, streicht ihn glatt und blickt nicht hoch, als ich ihn grüße. Aber bei meinem  „Namaskar“ huscht ein Lächeln über sein Gesicht und er ist auch sofort einverstanden, mir Fragen zu beantworten. „Das interessiert mich auch“, flüstert Gopal mir zu, „aber ich hab mich nie getraut, ihn auszufragen“. Es gäbe verschiedene Haltungen und Attribute für die Göttin, erklärt der Künstler. Diese hier – er streicht der Statue über die kleine Speckfalte am Bauch – habe ein langhalsiges  Instrument im Arm und eine Gans zu ihren Füssen, die Symbole für Musik und Weisheit. Aber wie schafft er es, dass die Gesichtsausdrücke der Göttinnen bei allen gleich zart, wissend lächelnd aber auch etwas abwesend aussehen? Jetzt blickt er auf. Das sei ein Trick. Und er zieht eine Art handtellergroße, gewölbte Schale aus seinem Hüfttuch. Das sei quasi eine Schablone, die drücke er nur vorsichtig auf den feuchten Lehm und schon habe jede Göttin den passenden Gesichtsausdruck. Die meisten Statuen werden später noch bemalt, sagt er. Manche kriegen sogar noch prächtige Gewänder angelegt und auf jeden Fall wird an den Löchern am Hinterkopf der prächtige Kopfschmuck befestigt. Er deutet auf den Tempel gegenüber. Da drin sei zwar Kali und nicht Sarasvati zu sehen, aber auch diese Statue sei ursprünglich mal ein grau und nackt gewesen.

Savar Göttin3

Wir gehen weiter, denn Amit hat was entdeckt, was er mir unbedingt zeigen will:  Drachen…

Tatsächlich präsentieren mir ein paar Jungs stolz ihre selbstgebastelten Fluggeräte und als ich sie wenig später im Tempelbezirk wieder treffe, muss ich zugeben: Diese Drachen stehen wie eine Eins am Himmel.

Gopal will mir noch einen anderen Tempel zeigen, einen, in dem angezogene Statuen zu sehen sind und auch welche, deren Gewänder und Schmuck nur modelliert sind.

‚Angezogen‘? Ich dreh mich laut prustend zu Gopal um. Bestimmt ist das schrecklich blasphemisch, schießt es mir durch den Kopf…aber ich kann mir das Lachen einfach nicht verkneifen. Und der Hindu Gopal lacht mit. Nur Amit schaut uns beide verständnislos an…

Weiter geht’s zum eigentlichen Tempelbezirk von Savar. Der sei ziemlich berühmt, weil es hier auch einen großen Ashram gibt, also eine Art Meditationszentrum oder Kloster, meint Gopal. Ich erwarte also irgendwas Besonderes, Heiliges, sobald wir das Tor passiert haben…

Und bin erstaunt, dass am Weg farbenfrohe Wäsche hängt, Männer ungeniert im See baden und etwas weiter hinten lautes Klopfen zu hören ist. Jede Menge Holzlatten liegen hier rum, nein, keine Latten, eher sowas wie Paletten… Das sind Lattenroste. Für Betten. Erklärt Gopal auf meinen erstaunten Blick hin.

Eine Holzwerkstatt mitten im Tempelbezirk, Wäsche an der Leine, der See ist eine Art Badezimmer – ob das normal ist, frage ich? Klar, kommt zurück, für Hindus sei das Leben selbst heilig, mit allen Banalitäten und Alltäglichkeiten. Deshalb sei auch der Tempelbezirk ein Ort des Betens, des Meditierens, aber auch des Lachens und einfachen Lebens.

Ganz kurz hab ich Bilder von katholischen Kathedralen im Kopf, von Weihrauch, flüsternden Kirchenbesuchern und gesenkten Blicken… Ich glaube, dieser Aspekt des Hinduismuses ist mir sehr sympathisch!

 

Kicking predjudice (english version)

[Hä, das Bild kenn ich doch? Ja stimmt. Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen wurde dieser Blogartikel ins Englische übersetzt – ein herzliches Dankeschön an Christa Hebestreit und Mike Marklove für die Übersetzung!]

Normally I am not a big soccer fan. Nevertheless, I took a very long trip right to the very north of Bangladesh to meet soccer players. Young female soccer players, who have scored decisive goals in making changes in Bangladesh.

Once again I am travelling with a photographer, who in the past has shot some excellent pictures for me illustrating a magazine story. And of course I am accompanied by my longtime travel companion, friend, organizer and translator for me, all in one person.

Our first stop is at a school in Kalsindur, a very small village, of which, not too long ago, many people in Bangladesh hadn’t even heard of. Meanwhile this has changed. And Kalsindur is known by a lot of Bangladeshi, because of these soccer playing young girls… Again, we are travelling by motorcycles on this trip, as there are no bus connections to these distant villages. And cars cannot drive here due to the poor conditions of the roads. Speaking of bad conditions: In this picture you can see the soccer pitch in front of the school!  Sometimes it is also used by cows and goats and also for the local market.

 

Upon our arrival at the school we are welcomed by a committee, teachers and other representatives of this small village. People in Bangladesh love to represent, it seems. Simple visits quickly become ceremonial. Here – for the first time – I hear the first stories of the soccer playing girls, but a version, which is new to me. Their school ‚muftis‘ told me the government of Bangladesh wanted to strengthen the self confidence of young girls – „Allah, protect our wise Prime Minister Sheikh Hasina“ – and thus they started a program that encouraged girls at schools to start playing soccer. But as not all schools were so courageous and progressive, there was only such a project in Kalsindur.

 

Incidentally, I had heard a completely different version of the story, which was verified by local journalists, a middleman in the district capital and the father of one of these girls. It seemed to me that this soccer team was somewhat founded out of defiance. In a muslim country like Bangladesh it is normally forbidden for girls participate in sports. And running around in sports-wear is normally a no-go. At this school in Kalsindur they already had a soccer team, but for boys. But their coach was not at all satisfied with the discipline and engagement of the boys. This made the coach once scream out: „Even girls can do better“. This caused big laughter among the boys,  and this infuriated the coach even more. As a reaction to this, the coach made girls play soccer. Of course, the girls talked about this at home. And most parents were not amused about this teacher, who did not follow the Muslim rules. At first, the parents didn’t allow their girls to play soccer. But this teacher was a persistent man. He went from household to household and talked to the parents with a large amount of persuasion. In the end the teacher was able to build a small girls soccer team. These were girls coming from the slums of Kalsindur, the poorest of the poor. But that did not seem to matter. The girls started their daily training and after a short while the girls had a lot of fun with their new sport. And, most importantly, the girls did a really good job.

Spiel (25)

The first girl I meet is Sajeda, a 14 year old soccer ’nerd‘, at least that was how she introduced herself to me with a bright smile. I am really surprised by this girl. Normally, female teenagers in Bangladesh are very shy and hardly speak a word. Sajeda seems to think it is very normal that people from far away want to interview her, or at least she has been briefed well. We sit down at the place before their simple shelter. But then I  rise again and walk over to the people who are standing behind us, once again a commitee of representatives and family members. And I explain to them very politely, but quite firm and with a certain authority in my voice that we would now need silence, for the interviews as well as for the pictures which would be taken. The answer is an astonished murmering, but they accept my request. ‚Orders‘ coming from a woman will only be accepted if done with a lot of ‚Chutzpa‘, I have learned in the meantime.

 

I notice that Sajeda is constantly playing around with her new pink coloured sportsjacket. „Nice clothes“, I say. And then suddenly, like a soap bubble, the last caution flies away. Her eyes glow when she tells me that she is immensely proud of this. It was always her big dream to become a member of this school soccer team. And these new sports jackets were given to them not long ago. Even her name is imprinted on it. She stops, blushes a little and then says hastily: „To become famous is not so important to me, but I want to be a very good player. That really matters to me!“

I enjoy talking to Sajeda. She explains very vividly that she always had a good feel for the ball. Well, ball is not the right expression. In her childhood she had no football, her parents were too poor to give her a ball. Instead, she played with unripe limes, mangos or everything that even looked like a ball. This training must have been a good training. Because she stuns me when I watch her play in her everyday clothes. The balls seems to stick to her foot as if tied to a rubber band. She rolls it around her ankle, flicks it to her toes, to her heels, kicks it high and catches it with her instep where she rests it calmly. It looks very easy and playful, but the 14 year old girl is highly concentrated, moves a strand of hair from her face and laughs: „I am a striker. And I am pretty good in keeping control of the ball.

 

Since she has been playing in the soccer team of her school, she trains one and a half hours every day. My eyebrows rise in disbelief – one and a half hours? Besides going to school? She nods challengingly. It is not easy to achieve, she admits. „I get up very early every morning, clean my teeth and help my mother with cooking. Afterwards, I go to the river for a swim and a wash and then to school“. Training starts at three. „I never miss that. As soon as I am back home again afterwards, I help once again with the housekeeping and do my homework.

Sure, in the beginning the neighbours talked behind her back about her. Some said this behavior wasn’t suitable for a young girl and went against religious rules. She dressed in a dissolute manner… With the movement of her hand, Sajeda wipes away these imaginary voices. Ant the time, the soccer team was already very successful, even outside Bangladesh. And because of this success, talk ended soon. In the moment when Sajeda talks about the success of the team abroad, she slides back and forth in her chair. She is proud to have been to India and Tadschikistan already. „That was great, the playing grounds there – wow!“ I smile and remember her local pitch in front of her school, covered with sand holes, waste and cow dung. 

Everything has changed so much because of the girls soccer team, says Sajeda. They now have their own soccer jerseys. And actually, the whole village has profited from the success of the girls team. At least every house now has electricity. „In earlier days, we could watch soccer on TV only in the house of our Lady teacher. Now I can do this together with friends and neighbours, although not every household is connected to cable or satellite“.

Now the photoshooting starts. I ask the girl to take off her sports wear and put on her everyday clothes. After all, we’d also like to see her everyday life, her life in her family. Her eyes widen very shortly. „Without my soccer clothes?“  But she loses her brief irritation very soon after I explain to her, that people in Germany can’t imagine what the life of a 14 year old girl in Bangladesh is like. And that we would love to show that too. But before that, she replies, she wants to show us her medals…

 

Shortly afterwards she is posing for us: cooking, washing, with her girl friends, with her family – all of a sudden, Sajeda is in her element. She shows no signs of shyness at all. She seems very much within herself, very self confident and content. And she talks very happily with our photographer, tells him that during the last season she was the top scorer of her team, oh, and by the way: The girls-team is much better than the boys soccer team…

 

We say good bye to Sajeda, but will meet her again during her training in the afternoon.

JPS16468

And upon leaving I realize how happy I am because of this encounter: I have seen a lot of girls from very poor families. Most of them were very timid, were afraid to look into my eyes and were very edgy, jerking suddenly and anxiously after certain movements. What a difference this open-minded and uncomplicated young girl makes.

„To be continued“