Adventures before the arrival

Es ist meine sechste Reise nach Bangladesch. Und immer noch bin ich aufgeregt wie ein Teenager vor dem ersten Date, wenn ich in dieses Land reise.

Tatsächlich ist aber schon die Anreise jedesmal ein kleines Abenteuer: Gleich morgens hat erstmal das Auto gestreikt – also bei der Nachbarin klingeln, überbrücken und losfahren. Beim Check-in war mein Koffer zu schwer – viel zu schwer, ich hab wohl aus Versehen die Kiloangaben der business class mit der economy verwechselt….also hab ich zum Amüsement der umstehenden Menschen die schwersten Geschenke, Shampooflaschen und Bücher zwischen meinen Unterbuchsen rausgekramt und in den kleineren Koffer gequetscht.

Dann aber doch: Abflug fast pünktlich und ausreichend Zeit in Kuwait für den Flugzeugwechsel. Vier Stunden Aufenthalt…. genug Zeit, um die Eigenheiten in Kuweit ein bisschen näher zu betrachten.

Erstmal fällt mir auf: Hier laufen viel mehr Männer im Nachthemd rum als zum Beispiel in Marokko oder Bangladesch. Zusätzlich tragen die meisten den Kufiya, das ist das Kopftuch mit dem Ring oder den Ghutra, so nennt man das Kopftuch, das ohne den Ring zu einem Turban geknotet wird. Viel Varianz gibt es da offenbar nicht: rot-weiß-kariert, schwarz-weiß-kariert oder ganz weiß. Ein paar wenige tragen auch noch diese lustigen Kopfschiffchen, den Fez.

Und dann plötzlich tauchen überall Menschen mit auffälligen Schals auf. Alle in grün,weiß, rot. Manche haben auch noch einen schwarzen Streifen drin. OMAN steht auf manchen drauf….Ich tippe auf Fußballfans.  Obwohl, sicher bin ich nicht. Denn abgesehen von den Schals und wenigen umgehängten Flaggen deutet nichts darauf hin. Ruhig, fast ernst laufen die hier rum. Kein Vergleich zu den ausgeflippten, angetrunkenen Fußballhorden bei uns. Haben die Schals also doch eine andere Bedeutung? …das lässt mir keine Ruhe… also frage ich eine der wenigen Frauen, die auch die Farbkombi tragen, allerdings in Form von Seidenschals. Ja, es gab heute tatsächlich ein Fußballspiel. Oman gegen Saudi Arabien. Letzeres sei übrigens ihr Land. Aber leider, leider habe ihre Mannschaft nicht gewonnen. Macht aber nix, sagt sie. Weil, Oman hat es erst beim Elfmeterschießen geschafft und das sei ja fast wie Glücksspiel…

Etwa zwei Stunden vor Abflug frag ich am Schalter nach meinem Abflug-Gate. 28 heißt es da. Also roller ich in die Richtung. Gate 25. Gate 26. Und dann ist Schluß. Das Schild mit der Zahl 28 zeigt nach unten. Aber die Treppe nach unten ist blockiert. Von Horden von Fußballfans und drei Airport-Security-Männern in Neonjacken. Ich winde mich durch die Massen, sorgsam darauf bedacht, keinerlei männliche Körperteile direkt zu berühren. Nur mein Ticket tut das. Nein, ich könne erst zur boarding-Zeit zu meinem Gate. Ich solle warten. Toll! Über eine Stunde soll ich mir jetzt hier die Beine in den Bauch stehen? Sitzgelegenheiten gibt’s nämlich nirgends…

Ich bemerke innerhalb der Horde eine Gruppe, die wesentlich kleiner gewachsen ist, keine Wickeltücher um den Kopf hat und auch keine Nachthemden trägt – Bangladeshi! Bei denen bleib ich stehen. Sicherheitshalber. Und kurz vor boarding-time stellt sich heraus, dass das eine seeeeehr gute Entscheidung war. Ein Ruf aus Richtung der Treppe – für mich unverständlich versteht sich – dann setzt sich die Bangla-Gruppe in entgegengesetzter Richtung in Trab. Und auf Nachfrage höre ich, dass wir zu Gate 20 sollen, also wieder ans andere Ende des Terminals.

Ich mach’s mal kurz: 1,5 Stunden dort Schlangestehen, lautstarke, fast handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen Kuwaitis und dem boarding Personal – Grund unbekannt – und irgendwann dann doch im Flieger gelandet. Mit über einer Stunde Verspätung.

Und nach weiteren vier Stunden kaum aus dem Flugzeug raus, fühl ich ganz deutlich, dass ich am Ziel bin: Mich hat nämlich gerade der erste bengalische Moskito gestochen!

 

 

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