The unrequested police escort

Kaum haben wir den Distrikt Gaibandha erreicht, klingelt bei unserem CDD-Reiseleiter ständig das Handy…und auch wenn wir alle kein Bangla verstehen, es ist klar, dass er nicht mit einem Freund oder Kollegen spricht. Nein, meint er auf Nachfrage gequält, das sei die Polizei gewesen, die genau wissen wolle, wo wir uns gerade befinden. Unsere Gruppe würde nämlich gleich, naja, verstärkt werden…

Keine zwei Kilometer später halten wir an, neben einem Pritschenwagen auf dem vier Polizisten in gesprenkelter Uniform sitzen. Das sei jetzt unsere Eskorte, meint unser Reiseleiter, und wahrscheinlich sogar während des ganzen Trips.

Wir sind fassungs-und kurz auch sprachlos. Denn der Pritschenwagen vor uns fährt auch noch mit Sirene, also quasi mit akustischem Holzhammer, damit auch noch der Doofste merkt, dass der folgende Wagen ’special‘ ist.

Aber es gibt keine Alternative: Alle Reisen von NGOs, egal ob inländische oder ausländische Hilforganisationen, müssen im Moment gemeldet werden. Das ist eine der Konsequenzen, die die bengalische Regierung nach den zwei ermordeten Ausländern gezogen hat. Und weil wir gleich drei ‚foreigners‘ auf einem Haufen sind, werden wir eben besonders gepampert, ob uns das passt oder nicht!

Dreimal wechselt die Eskorte insgesamt und jedes Mal haben die Jungs auch andere Uniformen. Besonders befremdlich ist für uns, dass sie von ihren Pritschenwagen herab mit Knüppeln wild auf Rickshaw-Fahrer, Busse oder Fussgänger einschlagen, sobald es irgendwo einen Engpass gibt und unser Konvoi ins Stocken gerät. Für uns, die wir diese Szenen direkt vor unseren Augen haben, wirkt das martialisch, unnötig und unverständlich. Nicht aber für unseren Fahrer und unseren Reiseleiter – die Polizei in Bangladesch sei noch nie zimperlich gewesen, meinen sie…

Unsere Eskorte verläßt uns nicht mal, als wir vom Auto auf Motorräder umsteigen, die kurz vor einem Fluss samt zugehörige Biker auf uns warten.

Foto: Harry Maskallis

Denn der Weg zum ersten Projekt ist mit dem Auto bald nicht mehr machbar, wir müssen Flüsse überqueren – dafür werden die Motorräder samt Fahrer und uns auf schmale Boote geladen, dann geht’s auf zwei Rädern weiter, auf schmalen Pfaden durch winzige Dörfer, über sandige Pisten und durch schlammige Furten. Selbst für unsere erfahrene Fahrer sind diese Strecken eine Herausforderung – und die pritschenwagen-verwöhnten Polizisten scheitern daran irgendwann: Einer läuft, der andere schiebt das Motorrad.

Und nein, wir waren natürlich NICHT schadenfroh…

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