Mission impossible? – No way!

Helfen wollen, ein bisschen Spenden sammeln, ein passendes Projekt finden und dann wird alles gut….

So läuft das leider gar nicht!

Umso besonderer ist deshalb der Hauptgrund für meine dritte Reise nach Bangladesch: Im April wurde im Deutschlandfunk ein Beitrag von mir ausgestrahlt und hatte (mindestens) einen speziellen Hörer – Marcel, der Leiter der Clingenburgfestspiele. Mit Feuereifer haben er und seine Darsteller unter den Festspielbesuchern für Menschen in Bangladesch gesammelt, und zwar für die, die oft ausgegrenzt, versteckt oder sogar ausgesetzt werden: Menschen mit Behinderungen.

Dabei sind 20 000 Euro zusammen gekommen. Dieses Geld sollte möglichst komplett an ein Projekt gehen, das inklusiv, effektiv und nachhaltig arbeitet. Weil ich in Bangladesch mittlerweile ein ganz gutes Netzwerk habe, haben wir dafür eine lokale, einheimische Hilfsorganisation (NGO) gefunden. Aber wir waren geschockt zu erfahren, dass rund ein Drittel des Geldes nicht bei diesem Projekt ankommen würde, wenn es einfach nach Bangladesch überwiesen wird – irgendwelche Bank-, Steuer-, und Zollgebühren fallen da wohl an. Und die einzige Möglichkeit, das zu umgehen, ist es das Geld persönlich zu überbringen, pro Person darf nämlich eine bestimmte Summe ganz legal eingeführt werden.

Also war schnell klar, Marcel, sein Freund Harry und ich spielen Geldboten und das hat auch ohne Probleme geklappt (abgesehen von meinem Intermezzo in Kuwait, siehe Blogartikel vom 1. November: https://yvonnekoch.wordpress.com/2015/11/01/gestrandet-aber-fuer-reis-ist-gesorgt/).

Dass sich eine NGO über jede Geldspende freut, liegt in der Natur der Sache. Aber dass sie für uns eine ganz besondere Projektreise organisieren, dass ist nicht selbstverständlich. Jedenfalls hat ‚unsere‘ Hilfsorganisation, das Centre for Disability and Development (CDD), uns erstmal per Auto nach Gaibandha verfrachtet, ein Distrikt im Norden von Bangladesch, in dem drei große Flüsse und ein feines Geflecht von unzähligen kleinen, jedes Jahr für Überschwemmungen sorgen. Denn – so die Philosophie von CDD – das Geld soll nicht irgendwo anonym und für die Spender nicht mehr nachverfolgbar verteilt werden, sondern Marcel soll direkt vor Ort sehen, was mit dem Geld in Gaibandha gemacht, welchen Menschen wie geholfen werden kann. Und dann soll er selbst, stellvertretend für alle Spender, entscheiden, wohin das Geld fließt…

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