Cheating at school – the education fraud

Ihr erinnert Euch vielleicht an den Mathelehrer, von dem ich Euch schon erzählt habe? (siehe Blog-Artikel vom 31. Januar „DIE mathematische Formel für das Geschlechter-Verhältnis“ und vom 23. März „Virtuelle Freundschaften werden real„) Er lebt und arbeitet zwar in der Hauptstadt von Bangladesch, Dhaka, aber er kommt eigentlich vom Land. Und immer wenn er mal für ein Wochenende oder auf Urlaub dort war, schimpft er wie ein Rohrspatz über die schlechten Schulen in den ländlichen Gebieten: Die Lehrer seien schlecht ausgebildet, lustlos und das Unterrichtsmaterial eine Schande.

Oft haben wir diskutiert, was und wie diese Situation verändert werden könnte und nach und nach hat sich daraus ein Plan entwickelt: Mit befreundeten Studenten und Lehrern zusammen, will ‚mein‘ Mathelehrer in seinem Heimatdorf den Englisch- und Mathe-Unterricht verbessern und außerdem Computerkurse anbieten. Voller Elan entwickelte er Lern-Konzepte, bei denen die Schüler spielerisch Lust auf Formeln, Formen und Flächen kriegen sollen, er kalkulierte durch, wieviel Geld er braucht für Computer und anderes Material und konnte tatsächlich auch Freunde für seine Idee begeistern.

Ich hab ihn zwar nicht gesehen, als er diesmal für den Urlaub in sein Dorf aufgebrochen ist, aber ich kenne mittlerweile seinen Blick, wenn seine Träume Kino im Kopf produzieren: Seine Augen leuchten dann, sind aber gleichzeitig etwas zusammengekniffen und scheinen einen Punkt in der Ferne zu fixieren. Ja, bestimmt, genau so ist er losgezogen, zu SEINEM Projekt…

Foto: Thomas Einberger Unterricht in der behindertengerechten Schule in Sreepur Union, die auch als Fluchtraum für Flutkatastrophen dient.

Foto: Thomas Einberger
Nicht alle Schüler strengen sich in der Schule an

Eine Woche ist er jetzt zu Hause, hat vor Ort recherchiert, mit Lehrern, Schülern und Beamten gesprochen und als wir heute miteinander gechattet haben, sprang mir innerhalb von Minuten ein Potpourri aus unbändiger Wut, heulendem Elend und Resignation aus dem Bildschirm entgegen. Ja, die Schulen seien nach wie vor unterirdisch, aber nicht das eigentliche Problem. Vielmehr habe sich über die Jahre unter den Schülern eine Schummel-Mentalität entwickelt, es sei ihnen gar nicht wichtig, etwas zu lernen, das einzige was zähle, seien gute Abschlüsse. Deshalb gäbe es mittlerweile von kriminellen, skrupellosen Banden die Prüfungsfragen samt Antworten für alle Schulabschlüsse ganz leicht zu kaufen.

Ein durch und durch korruptes Schulsystem sei das – und ich soll ihn bloß nie wieder auf seinen naiven, bescheuerten Plan ansprechen…

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