coulorful quality time

Endlich ging’s doch nach Savar, zu dem Menschen, den ich von allen Bangladeshi der letzte Reise am meisten schätze. Wegen seiner Offenheit, seiner unkomplizierten Art und seiner Fähigkeit, innerhalb von Sekunden ganze Heerscharen zu organisieren.

Er kommt uns schon grinsend entgegen, hinter ihm silbrig glänzende Gnome…nein, es sind Kinder, von oben bis unten mit Farbe beschmiert und mit Spritzflaschen bewaffnet. Muss ich betonen, dass ich mit meiner weißen Lieblingshose nicht gerade begeistert war, diese Rasselbande mit den farblüsternen Blicken näher kommen zu sehen?

Geistesgegenwärtig zücke ich die Kamera – die hat mir ja schon einmal zu mehr Autorität verholfen. Und ja, es klappt, bis zur Eingangstür bleibe ich tatsächlich unbeglitzert. Aber dort umarmt mich die Herrin des Hauses und schmiert mir dabei ihre Silberwange genüsslich über meine bisher unbefleckte…Wer schon mal diese komische Jod-Tinktur auf Wunden gesprüht hat kann übrigens wahrscheinlich einschätzen, wie schlecht man diese Glitzerpaste, die beim Abwaschen ins Gelbe verfärbt, wieder abkriegt.

Foto: Yvonne Koch Tempelruine im Hinterhof

Foto: Yvonne Koch
Tempelruine im Hinterhof

Aber meine ‚Kriegsbemalung‘ hat auch zwei Vorteile: Ich hab die Farb-Initiation hinter mir und trotzdem noch saubere Kleider – und ich kann so fast unauffällig das bunte Treiben im Hinterhof beobachten: Die Musik ist laut aufgedreht, große und kleine Glitzergnome hoppeln laut singend durcheinander und tauchen sich gegenseitig mit wachsender Begeisterung in eine zentimeterdicke Schicht. Die ganze Nachbarschaft ist hier auf den Beinen und alle, von der blaugefärbten Oma bis zum beklecksten Windelhosen-Wackel, scheinen einfach nur….glücklich.

Übrigens werde ich – weil ich ja mittlerweile wieder fast farbfrei war – danach noch von drei älteren Wesen der Knallfarbenfraktion beglückt, mit Pink, Kobaltblau und Orange-Rot.

Hintergrund dieser Farbenschlacht ist das hinduistische Fest Holi. Es basiert auf einer Legende, wonach die beiden verliebten Götter Krishna und Radha sich an diesem Tag mit Farben beworfen haben…aus purer Lebensfreude und weil sie verliebt waren. Aus Verehrung für diese Götter ahmen gläubige Hindus diese Götter nach – offiziell ist es ein Frühlingsfest. Tatsächlich ist es einfach für alle ein Heidenspaß!

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